Tesla steht im Fokus einer drohenden Bedrohung durch die Islamische Revolutionsgarde Irans (IRGC). Diese hat das Unternehmen neben 17 weiteren US-Firmen als Ziel ausgemacht. Als Reaktion auf die Tötungen iranischer Militärführer warnte die IRGC, dass sie mit Angriffen auf die in der Region tätigen Unternehmen drohen wird. Das Ultimatum der Iraner läuft am 1. April um 20 Uhr Teheraner Zeit ab.
Die Drohung der IRGC
In einer Erklärung des offiziellen Medienkanals Sepah News kündigte die IRGC an, dass für jede Ermordung eines ihrer Mitglieder ein amerikanisches Unternehmen zerstört werde. Die aufgelisteten Unternehmen sollten damit rechnen, dass ihre jeweiligen Einrichtungen ab Mittwochabend angegriffen werden könnten. Unter den 18 betroffenen Firmen befinden sich große Namen wie Cisco, Microsoft, Apple und eben Tesla.
Die Argumentation der IRGC basiert auf der Annahme, dass diese Technologie- und AI-Firmen eine direkte Rolle bei der Planung und Zielverfolgung von US-israelischen Militärschlägen auf Iran spielen. Diese Drohung erfolgte kurz nach dem mutmaßlichen Tod von Brigadegeneral Jamshid Eshaghi, der für das Budget und die finanziellen Angelegenheiten der iranischen Streitkräfte verantwortlich war.
Teslas Präsenz im Golfraum
Im Gegensatz zu vielen der aufgelisteten Tech-Firmen, die hauptsächlich Datenzentren und Büros betreiben, hat Tesla eine auffällige und weitreichende physische Präsenz in den Golfstaaten. In den Vereinigten Arabischen Emiraten betreibt das Unternehmen Showrooms und Servicezentren in Städten wie Dubai und Abu Dhabi sowie über 30 Supercharger-Stationen an stark frequentierten Orten wie Dubai Mall und dem Mall of the Emirates.
In Saudi-Arabien hat Tesla seine Expansion seit dem Markteintritt im Jahr 2025 rasant vorangetrieben, mit einem umfassenden Tesla-Zentrum in Riyadh und weiterem Wachstum in Jeddah und Dammam. In Katar hat Tesla im vergangenen Jahr den Verkauf des Cybertrucks ausgeweitet und bietet Supercharger-Infrastruktur in Doha an. Insgesamt kann Tesla auf ein dichtes Netz von über 30 öffentlichen Ladestationen in der Region verweisen.
Reaktion auf regionale Instabilität
Die Drohung der IRGC fällt in eine Phase, in der Tesla bereits mit den Auswirkungen des Konflikts auf seine Geschäftsaktivitäten in der Region zu kämpfen hat. Kürzlich aktivierte Tesla kostenloses Supercharging an all seinen Stationen in den Golfstaaten als Reaktion auf die sich zuspitzende Sicherheitslage. Diese Maßnahme erinnert an Kriseninterventionen, die das Unternehmen während Naturkatastrophen in den USA durchgeführt hat.
Ein Emirati Tesla-Besitzer hatte zuvor eine öffentliche Aufforderung zur Unterstützung an das Unternehmen gerichtet, als iranische Angriffe zivile Ziele in der Region trafen. Elon Musk erklärte, dass Tesla in Krisenzeiten gratis supercharging anbietet, um betroffenen Gemeinschaften zu helfen.
Warum Tesla hervor sticht
Auf der Liste der IRGC finden sich überwiegend Tech- und Rüstungsunternehmen wie Palantir und Microsoft, die bekannte Verteidigungsverträge und militärische Technologien haben. Tesla hingegen hat keine Rüstungsaufträge und seine Präsenz im Golfraum ist rein kommerzieller Natur. Dies macht die Situation für Tesla bedenklich, da die physische Sichtbarkeit des Unternehmens hoch ist.
Die Supercharger-Stationen und Showrooms sind öffentlich zugängliche Standorte, im Gegensatz zu gesicherten Datenzentren oder militärischen Einrichtungen. Dennoch ist CEO Elon Musk eng mit dem ehemaligen US-Präsidenten Trump verbunden, dessen Politik in Bezug auf den Iran umstritten ist. Die auffällige Evakuierungswarnung der IRGC zeigt, dass Tesla möglicherweise in Gefahr ist, da viele seiner Stationen in stark frequentierten Einkaufszentren liegen, die im Falle eines Angriffs schwerwiegende Kollateralschäden verursachen könnten.
