Einblick in den Immobilienmarkt in Dubai nach dem Iran-Konflikt
Die Immobilienkäufer in Dubai haben monatelang auf Preissenkungen aufgrund des Iran-Konflikts gewartet, doch diese blieben aus. Trotz eines deutlichen Rückgangs der Transaktionen während des Konflikts hielten die Verkäufer weitgehend an ihren Preisen fest. Abbas Sajwani, der milliardenschwere Gründer des Luxusentwicklers AHS Properties, berichtete von einer Verzögerung im Kaufprozess, jedoch rechnet er ab September mit einer Belebung.
Stagnation oder Aufschwung?
Laut Sajwani haben Käufer ihre Entscheidungen nicht verworfen, sondern nur auf günstigere Bedingungen gewartet. „Die Leute hofften auf bessere Preise, doch aufgrund der Situation gab es diese nicht“, erklärte er. Der Konflikt habe nur geringe Auswirkungen auf die Transaktionen gehabt. In einem Markt, in dem die Verkäufer ihre Preise stabil hielten, seien nur vereinzelt gute Deals zu finden gewesen.
Mit dem kürzlich unterzeichneten Memorandum zwischen den USA und dem Iran könnten sich die Ängste vor einem langanhaltenden regionalen Konflikt, der den Schiffsverkehr gestört und den Tourismus belastet hat, verringern. Dubai genießt seit einigen Jahren einen Boom, geprägt von ausländischen Käufern und wohlhabenden Zuwanderern, die von langfristigen „Goldvisa“-Aufenthaltsgenehmigungen profitieren. Investoren stehen jedoch vor der Frage, ob die Krise nur eine Verzögerung der Transaktionen oder den Beginn eines breiteren Rückgangs der Immobilienpreise markiert.
Erwartungen für den September
Sajwani geht davon aus, dass die Kapitalbewegungen, die während des Konflikts zum Stillstand kamen, im vierten Quartal zurückkehren werden. „In den nächsten Wochen werden wir eine Erholung sehen“, sagte er optimistisch. Besonders im September, wenn die Menschen von ihren Ferien zurückkehren und der Sommer vorbei ist, erwartet Sajwani einen Anstieg der Aktivität.
Obwohl der Konflikt die Zuversicht der Investoren ins Wanken gebracht hat, glaubt Sajwani, dass die Anleger die Situation eher als Gelegenheit ansehen werden, in den Markt zu investieren. Er betont, dass die Liquidität nicht verschwunden sei, sondern nur auf der Beobachtungslinie verweilte, während die Käufer darauf warten, wie sich die Situation entwickelt.
Marktentwicklungen und Preistrends
Die Aktivitäten im Immobilienmarkt haben seit dem Ausbruch des Krieges am 28. Februar deutlich nachgelassen, die Preise jedoch blieben relativ stabil. Laut Daten des Forschungsunternehmens Reidin beliefen sich die Wohnimmobilienverkäufe im Mai auf etwa 22 Milliarden AED (6,1 Milliarden USD), was einem Rückgang von 42 Prozent im Vergleich zum Vormonat entspricht. Dies spiegelt sich vor allem im Off-Plan-Markt wider, der etwa drei Viertel der Transaktionen ausmacht.
Trotz dieser Rückgänge in bestimmten Bereichen, blieben die Quadratmeterpreise in den begehrten Stadtgebieten wie Palm Jumeirah und Downtown Dubai relativ stabil. Sajwani stellt fest, dass das Preisniveau in den hochpreisigen Lagen nicht korrigiert wurde, während weniger gefragte Lagen lediglich um etwa 10 Prozent nachgaben.
Fokus auf hochwertige Lagen
Die Akquisitionsstrategie von AHS ist wesentlich von der Knappheit an erstklassigen Standorten geprägt. Es wird berichtet, dass das Unternehmen kürzlich das Shangri-La Hotel in Dubai für eine Milliarde AED erworben hat. Diese strategische Entscheidung belegt die Bedeutung von hochwertigen Immobilien, deren Angebot nach wie vor begrenzt ist.
Das Beispiel zeigt, dass trotz der globalen Unsicherheiten und Schwankungen im Markt das Vertrauen in Dubai ungebrochen bleibt, insbesondere in den zentralen Lagen, die nicht so leicht reproduzierbar sind. „Es gibt kein freies Land in diesem Streifen“, fasst Sajwani die Lage prägnant zusammen und signalisiert damit den Wert und die Nachfrage nach Premium-Immobilien in der Region.
