Kolossale Biosciences plant den Bau einer hochmodernen, gefrorenen „Noahs Arche“ im Herzen Dubais.

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Kolossale Biosciences plant den Bau einer hochmodernen, gefrorenen „Noahs Arche“ im Herzen Dubais.

In Dubai wird ein neues Erhaltungsprojekt ins Leben gerufen, das gefrorenes Gewebe und DNA bedrohter Tierarten aufbewahren soll. Ziel ist es, ein langfristiges biologisches Archiv im Museum der Zukunft zu schaffen. Dieses Vorhaben wird von der Biotechnologiefirma Colossal Biosciences geleitet, die durch ihre Bestrebungen, das Mammut wiederzubeleben, bekannt ist.

Der BioVault in Dubai

Colossal Biosciences plant den “Colossal BioVault” und ein begleitendes Forschungszentrum, das World Preservation Lab. Hier sollen genetische Materialien bedrohter Arten aufbewahrt werden. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben angekündigt, mehrere hundert Millionen Dollar in dieses Projekt zu investieren, um den Prognosen über bevorstehende Artensterben entgegenzuwirken. Laut Wissenschaftlern könnten in den kommenden Jahrzehnten über eine Million Arten vom Aussterben bedroht sein.

Der BioVault ist dafür ausgelegt, zunächst Proben von 100 gefährdeten Arten zu sichern, mit der Absicht, ein globales Netzwerk zu schaffen, das mehr als eine Million Proben von über 10.000 Arten umfasst. Das Unternehmen betont, dass dies dringend notwendig sei, da die Prognosen auf einen rapiden Anstieg des Aussterberisikos hinweisen.

Die Vision eines modernen Noahs

Colossals Konzept erinnert an den Svalbard Global Seed Vault, der die Weltkulturen vor Katastrophen schützt. Doch die Bank für Tierarten stellt eine ganz andere Herausforderung dar. Durch kryogene Einlagerung von Geweben, Zellen und DNA soll das “Quellcode” der Arten erhalten bleiben, was in Zukunft helfen könnte, bedrohende Arten durch fortgeschrittene Technologien wie IVF zu reproduzieren oder sogar genetische Stellvertreter längst ausgestorbener Tiere zu schaffen.

Ben Lamm, Mitgründer und CEO von Colossal, sieht in diesem visionären Ansatz eine einmalige Gelegenheit, um das Projekt in einer entscheidenden Region voranzubringen und auf globaler Ebene aktiv zu sein. Er warnt, dass die Welt dringend ein Netzwerk von BioVaults benötigt, um das Leben auf der Erde zu sichern.

Erhaltungsmaßnahmen und De-Extinktion

Die Kollegen von Colossal setzen seit 2021 auf innovative Ansätze, um ausgestorbene Arten wie das Wollmammut zurückzuholen. Während viele Wissenschaftler sich fragen, ob hochtechnologische genetische Methoden wirklich die Hauptursachen des Aussterbens, wie Lebensraumverlust und Klimawandel, angehen können, sieht das Unternehmen im BioVault eine Möglichkeit, auch benachteiligte Arten zu unterstützen.

Im Gegensatz zu herkömmlichen wissenschaftlichen Einrichtungen wird die Einrichtung in Dubai auch als öffentlicher Raum dienen. Die Besucher des Museums haben die Möglichkeit, den Wissenschaftlern bei der Arbeit zuzusehen und an Bürgerwissenschaftsprogrammen teilzunehmen. Dies soll den Erhalt von Arten zu einem gemeinsamen und sichtbaren Engagement machen, anstatt hinter verschlossenen Türen stattzufinden.

Trotz der vielversprechenden Technologie besteht bei vielen Naturschützern jedoch die Sorge, dass der Fokus auf “technologischen Lösungen” von den dringend nötigen Schutzmaßnahmen für die natürlichen Lebensräume ablenken könnte. Letztendlich sollte das Ziel nicht nur das Speichern genetischer Materialien sein, sondern auch der Lebensraum der betroffenen Arten geschützt werden.

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