Es war der letzte Tag im Februar, als Israel und die USA Iran bombardierten und den Nahen Osten in einen neuen, größtenteils unnötigen Konflikt stürzten. In Dubai beobachteten die Menschen an diesem finalen Wochenende des Monats den Konflikt mit einer Mischung aus Interesse und Besorgnis über mögliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Niemand dachte, dass der Krieg ihr Leben so unmittelbar beeinflussen würde – und sie lagen falsch.
Die Auswirkungen der Konflikte in Dubai
In der Nacht von Samstag bereiteten sich die Menschen in Dubai auf eine der gewohnten Feiern vor. Im Trèsind Studio, einem der wenigen drei-Sterne-Restaurants in der Region, genossen die Gäste ein umfangreiches Degustationsmenü, als plötzlich ein lautes Explosionsgeräusch zu hören war. Die Manager eilten auf die Terrasse und sahen sofort, dass eine iranische Drohne in der Nähe des Fairmont Hotels im Palm Jumeirah-Gebiet abgestürzt war. Wie es schien, hatte die Drohne das Gebäude nicht getroffen, und es war möglich, dass sie von den Truppen Dubais abgeschossen wurde.
Trotzdem entschieden sie, den Service vorübergehend zu stoppen. Die Gäste wurden höflich gebeten, nach Hause zu gehen. Bhupender Nath, der Besitzer von Trèsind Studio, und der gefeierte Küchenchef Himanshu Saini, die sich gerade in Mumbai aufhielten, schalteten ihre Fernseher ein und waren entsetzt über die Berichterstattung. Die Nachrichten berichteten von einem umfassenden Angriff auf Dubai, während sie in Kontakt mit ihren Familien in der Stadt wussten, dass vieles übertrieben war.
Ängste und Realität der Situation
Als Nath und Saini am Sonntag in Dubai landeten, war das Restaurant ohnehin aufgrund des Ruhetags geschlossen. Nath schätzte die Lage und beschloss, wie geplant am Montag zu öffnen. Trotz weiterer Drohnenangriffe in den folgenden Wochen blieb Trèsind Studio geöffnet und die Verantwortlichen waren überzeugt, dass keine Gefahr drohte – was sich schließlich als richtig herausstellte.
Drei Monate nach dem Vorfall besuchte ich erneut das Trèsind Studio. Vipin Panwar, der das Restaurant managt, erinnerte sich an die unruhige Nacht, doch das Team hatte nie an der Notwendigkeit gezweifelt, den Betrieb fortzuführen. Zwar gab es immer wieder vereinzelte Drohnenangriffe, doch diese führten nicht zu Panik unter den Bewohnern, die einfach ihrem Alltag nachgingen.
Ökonomische Folgen und die Rückkehr zum Alltag
Die globalen Konsequenzen waren jedoch spürbar. Nach Angriffen im Flughafenbereich wurden viele Flüge gestrichen, und viele westliche Touristen sagten ihre Besuche ab. Dies hatte direkte negative Auswirkungen auf die Tourismus- und Gastgewerbeindustrie Dubais. Einige Restaurants schlossen vorübergehend, andere sagten die Eröffnung neuer Lokalitäten ab. Dennoch blieben die meisten Hotels geöffnet und waren nach wie vor beliebte Anlaufstellen.
Bei meinem Besuch stellte ich fest, dass der Flughafen nahezu so voll war wie zuvor, und ich fand ein Hotelzimmer im fast voll belegten Taj Hotel in der Innenstadt. Ein Aufenthalt im neuen One&Only One Za’abeel gab mir einen weiteren Blick auf die Situation – auch hier war der Betrieb lebhaft, vor allem dank eines Publikums aus der Region, während die Vielfalt der internationalen Gäste geringer war.
Gemeinschaftsgeist und die Zukunft Dubais
Die Einheimischen lobten die Rolle von Scheich Mohammed, der sich während dieser turbulenten Zeiten sichtbarer machte, um die Gemeinschaft zusammenzuhalten. Die Regierung unterstützte die Hospitality-Branche und ermutigte die Anwohner, lokale Hotels zu nutzen, während kulinarische Veranstaltungen mehr Besucher anzogen. Das Nobu im One Za’abeel war gefüllt mit lokalen Gästen, die das Zusammensein feierten.
Obwohl die Speisekarten den gewohnten Nobu-Standard boten, schienen die Gäste mehr an der Erfahrung interessiert zu sein, als an dem Essen selbst. Die Atmosphäre war geprägt von einem Gefühl der Verbundenheit. Bei meinem Besuch in der französischen Bäckerei Maison Devoille beobachtete ich ebenfalls, dass nahezu alle Gäste lokale Bewohner waren.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass auch wenn der Sommer die westlichen Touristen zurückbringen wird, die aktuelle Version Dubais mir persönlich besser gefiel. Die Stadt erlebte eine Art von Gemeinschaftsgefühl und Widerstandskraft, die in den letzten Jahren in den Hintergrund geraten war.
