Ein Mann aus Dubai, dessen Sohn seit fünf Jahren in Irak inhaftiert ist, äußert seine Ängste, dass sein Vater wieder ins Gefängnis kommen könnte, während dieser gegen Krebs kämpft. Der 50-jährige australische Ingenieur Robert Pether wurde im Juni letzten Jahres aus dem Gefängnis in Bagdad entlassen, bleibt jedoch im Iraq aufgrund eines Ausreiseverbots, das mit finanziellen Ansprüchen in Zusammenhang steht.
Gesundheitliche Bedenken und UN-Warnungen
Die Experten der Vereinten Nationen haben kürzlich dringend auf die besorgniserregende gesundheitliche Situation von Robert Pether hingewiesen. Er leidet an einem hochriskanten Melanom, für dessen Behandlung er keinen Zugang zu medizinischer Versorgung hat. Dies ist bereits die vierte Erklärung innerhalb von fünf Jahren, in der die Vereinten Nationen die Auswirkungen der Inhaftierung auf Pether und seine irische Familie thematisieren, die um seine Rückkehr kämpft.
Flüchtling Pether, 23 Jahre alt, berichtet von den täglichen Ängsten seiner Familie bezüglich der aggressiven Hautkrankheit seines Vaters. “Er hat ständige Sorgen, dass sich die Krankheit auf sein Lymphsystem ausbreiten könnte – das ist eine sehr ernsthafte Besorgnis”, sagt er. Laut Flynn hat sich der geistige Zustand seines Vaters aufgrund der Isolation in einem fremden Land, in dem er keine Unterstützungsnetzwerke hat, drastisch verschlechtert.
Verkauf von Erinnerungen und finanzielle Belastungen
Robert Pether und sein ägyptischer Kollege Khaled Radwan, die beide in Dubai lebten, reisten im April 2021 nach Bagdad. Vier Monate später wurden sie aufgrund eines Vertragsstreits zwischen ihrem Arbeitgeber und den irakischen Behörden festgenommen und mit 12 Millionen Dollar Geldstrafe belegt. Ein UN-Gremium erklärte seine Inhaftierung 2021 als willkürlich und bezeichnete sie als Druckmittel in einem kommerziellen Streit.
Obwohl beide Männer im letzten Jahr aus dem Gefängnis entlassen wurden, sieht sich Pether weiterhin finanziellen Belastungen ausgesetzt. Seine Familie in Irland trägt die Kosten für medizinische Behandlungen, juristische Unterstützung und Lebenshaltungskosten. Um die Schulden zu begleichen, plant die Familie, ihr Zuhause zu verkaufen, das mit zahlreichen Erinnerungen an ihren Vater gefüllt ist. “Es ist fast so, als ob ein Teil von ihm verschwindet”, sagt Flynn Pether.
Hoffnungen auf eine Rückkehr
Flynn Pether hat seinen Vater seit seinem 17. Lebensjahr nicht mehr gesehen und hat inzwischen die Ingenieurschule abgeschlossen. Seine Familie kommuniziert täglich mit Robert, um ein Gefühl der Hoffnung aufrechtzuerhalten. “Ich habe Ingenieurwesen studiert, um mehr wie er zu sein. Es ist schwer, so viele Meilensteine ohne ihn zu durchleben, es fühlt sich an, als ob mir etwas gestohlen wurde”, erklärt Flynn.
Die emotionale Belastung der Familie ist enorm. “Jeden Tag sehen wir zu, wie ein Mann, den ich als Idol verehre, Stück für Stück zerbricht. Es ist ein ständiger Kampf, seinen Geist hochzuhalten, da wir diese Situation seit fünf Jahren durchleben.”
Offizielle Bemühungen für eine Lösung
Die australische Regierung hat die immense Belastung anerkannt, die Robert Pethers Inhaftierung und das Ausreiseverbot für ihn und seine Familie darstellen. Ein offizieller Vertreter bekräftigte, dass die Regierung weiterhin für das Wohlergehen von Robert eintreten wird und versucht, ihn mit seiner Familie zu vereinen. Dies umfasst über 260 Meldungen an die irakischen Behörden und das Engagement auf höchster Ebene, um seine Freilassung zu erreichen.
