Maharashtra Navnirman Sena (MNS) Vorsitzender Raj Thackeray kritisierte die Schauspieler Vivek Oberoi und R. Madhavan für ihre Entscheidung, in Dubai zu leben, trotz ihrer öffentlichen Unterstützung für Ministerpräsident Narendra Modi und dessen Regierung. Thackeray stellte in einer Rede vor der Maharashtra Navnirman Vidyarthi Sena, dem Studentenflügel der MNS, in Mumbai infrage, warum diese Persönlichkeiten im Ausland leben, wenn sie doch die Fortschritte Indiens unter Modis Führung loben.
Die Widersprüche der Prominenten
In seinen Ausführungen fragte Thackeray: „Wenn alles in Indien so gut läuft und sich das Land schnell entwickelt, warum leben sie dann mit ihren Familien in Dubai?“. Er bezog sich dabei ausdrücklich auf Vivek Oberoi, der Modi in einem biografischen Film aus dem Jahr 2019 darstellte, und stellte fest, dass dieser nun in Dubai lebt. Auch Madhavan kritisierte er und er fragte sich, wie jemand, der positiv über den Premierminister spricht, außerhalb Indiens wohnen kann, wenn er an die Verbesserungen im Land glaubt.
Die Schauspieler haben in der Vergangenheit ihre Beweggründe für den Umzug erklärt. Madhavan gab an, während der Covid-19-Pandemie nach Dubai gezogen zu sein, um die Schwimmkarriere seines Sohnes zu unterstützen. Oberoi hingegen erklärte, die Verlagerung diene vor allem der Expansion seiner geschäftlichen Interessen. Trotz ihrer Erklärungen bleibt die öffentliche Debatte über die Widersprüche ihrer Aussagen und Handlungen bestehen.
Abwertende Sprache in der Politik
Thackeray äußerte sich auch zur Kontroverse um abfällige Bemerkungen, die während einer Protestveranstaltung der Cockroach Janta Party (CJP) in Delhi gegen Ministerpräsident Modi gemacht wurden. Er stimmte modis jüngstem Appell zur Mäßigung zu und bezeichnete die verwendete Sprache als inakzeptabel. Dennoch brachte er zum Ausdruck, dass dieselben Maßstäbe auch für Mitglieder und Unterstützer der Bharatiya Janata Party (BJP) gelten sollten. „Ich bin einverstanden, dass solche Sprache nicht verwendet werden sollte. Aber der Ministerpräsident sollte auch seine eigenen Parteikollegen auffordern, auf beleidigende Sprache zu verzichten“, betonte Thackeray.
Er kritisierte die regelmäßig stattfindenden Angriffe vonjenigen, die die BJP online unterstützen, auf politische Führer und prominente Persönlichkeiten, darunter Mahatma Gandhi und Jawaharlal Nehru. Thackeray stellte fest, dass viele Schauspieler aus Angst vor cybermobing zögern, ihre politischen Meinungen öffentlich zu äußern. In diesem Zusammenhang hielt er fest: „Wie man sät, so wird man ernten“ und behauptete, dass die Troll-Kultur der BJP zur Verschärfung der politischen Rhetorik beigetragen habe.
Fazit zur politischen Kultur
Die Äußerungen von Raj Thackeray werfen ein Licht auf die Komplexität des politischen Diskurses in Indien. Während er die Widersprüche prominenter Persönlichkeiten anprangert, fordert er eine Neubewertung der politischen Kommunikationskultur. Die Debatte über die Migrationsursachen von Bollywood-Stars und deren politische Stellungnahmen könnte künftig eine neue Richtung in der öffentlichen Wahrnehmung von Politik und Prominenz eröffnen.
In einer Zeit, in der populäre Stimmen oft mit politischen Botschaften vermischt werden, ist es entscheidend, den Einfluss des öffentlichen Diskurses auf die Gesellschaft zu betrachten. Die Frage bleibt, wie Politiker und die Bevölkerung auf diese Herausforderungen reagieren, um ein respektvolles und produktives politisches Umfeld zu fördern.
