Daniel Kinahan, 49, wurde am Sonntag mit einem Flugzeug der irischen Regierung nach Irland gebracht und sofort von einer hochgeschwindigkeit eskortierenden Garda zum Gericht in Dublin geleitet. Dort wurde er wegen der Leitung einer kriminellen Organisation angeklagt. Ohne rechtlichen Beistand wurde der Mann aus Dublin in Untersuchungshaft genommen und in das Hochsicherheitsgefängnis Portlaoise in den irischen Midlands verlegt.
Die Umstände der Festnahme
Kinahan, der als Anführer des Kinahan-Organisierten Verbrechens gilt, wurde am 15. April in den Vereinigten Arabischen Emiraten festgenommen. Dies geschah auf Grundlage eines Haftbefehls der irischen Gerichte, der im Rahmen eines bilateralen Auslieferungsabkommens zwischen Irland und den VAE vollstreckt wurde. Nach dem Abflug des Flugzeugs aus Dubai am Sonntag äußerten die Justizminister beider Länder in einer gemeinsamen Erklärung, dass die Auslieferung begrüßt wird.
Der Prozessbeginn und erste Anhörung
Jim O’Callaghan und Abdullah bin Sultan bin Awad Al Nuaimi erklärten, dass Kinahan als einer der prominentesten gesuchten Angeklagten im Zusammenhang mit transnationalem organisierten Verbrechen betrachtet wird. Die Auslieferung wurde nach einer formellen Anfrage durch die irischen Behörden genehmigt, die endgültige Entscheidung fiel nach einem Urteil des Dubai Court of Cassation, gemäß dem Auslieferungsvertrag zwischen den beiden Ländern.
Vor dem Gerichtsgebäude in Dublin sammelten sich Menschenmengen, um einen Blick auf Kinahan zu erhaschen. Zwei parallele, hochgeschwindigkeits Convoys wurden zur sicheren Überführung des Mannes eingesetzt, der 2016 Opfer eines Mordanschlags auf einem Boxenwiegen in Dublin gewesen sein soll.
Anklage und weitere Rechtsfolgen
In der Gerichtsverhandlung wurde Kinahan beschuldigt, zwischen dem 18. Oktober 2015 und dem 6. April 2017 die Aktivitäten einer kriminellen Organisation geleitet zu haben. Detective Sergeant Colin Davidson berichtete, dass Kinahan um 18:49 Uhr am Casement Aerodrome in Baldonnel festgenommen wurde. Der Staatsanwalt stellte sicher, dass der Angeklagte die Anklage verstand.
Die Richter Fiona Lydon, Patrick McGrath und Sarah Berkeley waren anwesend, um die Fälle zu behandeln, die Terrorismus und organisiertes Verbrechen betreffen. Kinahan äußerte, dass er von Freitagnachmittag an isoliert gewesen sei und angenommen habe, dass ein Familienmitglied einen Anwalt für ihn kontaktiert hätte. Er war froh, den Prozess ohne rechtliche Vertretung fortsetzen zu können, obwohl dies in einem solchen gravierenden Fall ungewöhnlich ist.
Ausblick auf das weitere Verfahren
Die nächste Verhandlung in seinem Fall ist für den 5. Oktober angesetzt. Kinahan wurde darüber informiert, dass er entweder persönlich erscheinen oder über einen Video-Link zugeschaltet werden kann, woraufhin er erklärte, er werde dies später entscheiden. Es ist zu erwarten, dass Anträge auf Kaution aufgrund der Schwere der Anschuldigungen abgewiesen werden.
Insgesamt sendet die Auslieferung von Daniel Kinahan ein deutliches Signal, dass die irische Regierung und die VAE fest entschlossen sind, gegen organisierte Kriminalität vorzugehen. Internationales rechtliches Zusammenarbeiten wird als unerlässlich erachtet, um die öffentlichen Sicherheitsinteressen ihrer Länder zu schützen und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.
