Krieg im Iran gefährdet Überweisungen aus dem Golf für Südasien

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Krieg im Iran gefährdet Überweisungen aus dem Golf für Südasien

Die reichen arabischen Staaten im Persischen Golf sehen sich einer Bedrohung durch iranische Drohnen und Raketen gegenüber. Langfristige wirtschaftliche Störungen, die durch den Iran-Krieg verursacht werden, könnten die hunderte Milliarden Dollar an Überweisungen gefährden, die jährlich von Millionen südasiatischer Arbeitskräfte in die Heimat gesendet werden.

Die meisten dieser Arbeiter stammen aus Indien, Pakistan und Bangladesch und haben seit Jahrzehnten zur wirtschaftlichen Blüte der Golfstaaten beigetragen, indem sie Jobs in Bereichen wie Bauwesen, Gastgewerbe, Tourismus und Gesundheitswesen übernommen haben. Ihre Überweisungen bieten nicht nur wesentliche Einkünfte für ihre Familien zu Hause, sondern sind auch eine bedeutende Quelle für Devisen in Indien, Pakistan und Bangladesch, die als finanzielles Polster für ihre Volkswirtschaften fungieren und Handelsdefizite ausgleichen.

Überweisungen als wirtschaftliche Lebensader für südasiatische Staaten

Indien ist der größte Empfänger von Überweisungen weltweit, mit Rekordzuflüssen von 135 Milliarden USD (117 Milliarden EUR) im Jahr 2025, wie offizielle Daten belegen. Im Vorjahr erhielt Indien allein aus den Golfkooperationsrats-Staaten (GCC) fast 40 Milliarden USD, was etwa 38 % der Gesamthöhe der Überweisungen ausmachte. Diese Milliardenbeträge halfen, einen erheblichen Teil des Handelsdefizits des Landes zu finanzieren.

Mit über 9 Millionen indischen Auswanderern ist Indien auch die Hauptquelle ausländischer Arbeitskräfte im Golfraum. Bangladesh und Pakistan folgen dicht dahinter, wobei jedes Land etwa fünf Millionen Arbeiter in die GCC-Staaten sendet. Diese Arbeiter machten den Großteil der 30 Milliarden USD an Überweisungen aus Bangladesch und den 38 Milliarden USD aus Pakistan im letzten Jahr aus.

Gefahren für Migranten in den Golfstaaten

Der Krieg hat auch die Zivilbevölkerung in den GCC-Staaten — einschließlich der Migrantenarbeiter — einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Laut einer Mitteilung von Human Rights Watch wurden in der Region mindestens 11 Zivilisten getötet und über 260 verletzt, wobei einige Todesfälle auf herabfallende Trümmer zurückzuführen sind. Die Gefahren, denen insbesondere Migranten ausgesetzt sind, haben sich stark erhöht, und Berichte über getötete Arbeiter aus Pakistan sind alarmierend.

Trotz der Risiken scheinen die meisten südasiatischen Auswanderer im Golfraum nicht auszuwandern. Viele beurteilen die aktuelle Situation als vorübergehend und handhabbar, es sei denn, die Lage eskaliert dramatisch. Allerdings besteht die langfristige Gefahr, dass ihre Arbeitsplätze in den von ihnen dominierten Sektoren wie Luftfahrt und Tourismus gefährdet sein könnten, wenn der Konflikt Monate anhält.

Aktuelle Situation der Überweisungen

Bisher hat der Konflikt noch nicht zu einem spürbaren Rückgang der Überweisungen geführt. Rajiv Biswas, CEO einer Forschungsfirma für makroökonomische und geopolitische Risiken, merkt an, dass die Dauer des Konflikts bislang zu kurz war, um die Beschäftigung der Migrantenarbeiter oder deren Überweisungen signifikant zu beeinträchtigen. Sollte der Konflikt jedoch in die Länge gezogen werden, könnten die Arbeitsplätze in den für Migranten zentralen Sektoren leiden.

Analysten schätzen, dass eine Reduzierung der Überweisungen zwischen 10 % und 20 % für Indien jährlich einen Verlust von 5 bis 10 Milliarden USD bedeuten könnte. Ein anhaltender Konflikt könnte den BIP der Golfstaaten um 10 % bis 15 % verringern und die Überweisungen um nahezu 30 % reduzieren.

Herausforderungen durch den langwierigen Iran-Konflikt

Falls der Konflikt Monate andauert, könnten die Überweisungen beginnen zu sinken, insbesondere wenn wichtige Sektoren wie der internationale Tourismus und die kommerzielle Luftfahrt wirtschaftliche Einbußen erleiden. Obwohl eine zeitlich begrenzte Reduzierung der Überweisungen möglicherweise keine größeren makroökonomischen Auswirkungen auf Indien, Pakistan oder Bangladesch hätte, könnte eine langanhaltende Störung die wirtschaftliche Lage in Südasien erheblich verschärfen.

Derzeit droht den betroffenen Ländern hauptsächlich die Störung von Öl-, LNG- und Düngemittellieferungen durch die Straße von Hormuz. Ein Rückgang der Überweisungen über einen längeren Zeitraum könnte die wirtschaftlichen Herausforderungen weiter verschärfen.

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