Die Wirtschaft der VAE und ihr Image als sicherer Ort im Nahen Osten stehen durch den Krieg auf dem Prüfstand.

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Die Wirtschaft der VAE und ihr Image als sicherer Ort im Nahen Osten stehen durch den Krieg auf dem Prüfstand.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben sich über Jahrzehnte als ein Rückzugsort für internationale Geschäfte in einer von Konflikten durchzogenen Region etabliert. Doch inmitten eines gewaltsamen Krieges sieht sich diese Nation einem nie zuvor dagewesenen Test ihres wirtschaftlichen Modells gegenüber.

Angriffe und wirtschaftliche Auswirkungen

Als enger Verbündeter der Vereinigten Staaten und Israels wurden die VAE während des Krieges mit einer Vielzahl von Raketen- und Drohnenangriffen aus dem Iran konfrontiert. Diese Angriffe und die Kontrolle Irans über die Straße von Hormuz haben die Exporte von Rohöl und Erdgas mehr als halbiert. Auch die Tourismus- und Kongressbranche der VAE hat erheblich gelitten.

Trotz der Nähe zu Iran zeigt sich das Land nach außen hin unbeeindruckt. Es wurden jüngst Pläne angekündigt, um eine neue Pipeline zu bauen, die die Abhängigkeit von der Straße von Hormuz verringern soll. Auch der Austritt aus dem OPEC-Ölkartell wurde beschlossen, um die Energieproduktion langfristig zu steigern. Diese Maßnahmen standen bereits vor den jüngsten Konflikten zur Diskussion.

Militärische Risiken und geopolitische Spannungen

Die VAE sind stark in den Konflikt verwickelt, auch wenn sie nicht die Hauptinitiatoren des Krieges sind. Ein Drohnenangriff auf das Kernkraftwerk Barakah verdeutlicht die anhaltenden Risiken, die selbst im Falle eines fragilen Waffenstillstands bestehen. Emiratische Offizielle haben Iran offen der Piraterie und Terrorismus beschuldigt und damit gedroht, militärisch zu reagieren. Das Außenministerium erklärte, dass die VAE „unter keinen Umständen“ eine Bedrohung ihrer Sicherheit und Souveränität tolerieren werden und sich das Recht vorbehalten, auf Bedrohungen zu reagieren.

Aggressive Außenpolitik der Herrscherfamilie

Die Entscheidungen der VAE werden von der herrschenden Familie und insbesondere von Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan dominiert. In den letzten Jahren haben sie eine aggressivere Außenpolitik verfolgt, die unter anderem die Intervention im Jemen gegen die vom Iran unterstützten Houthi-Rebellen umfasst. Diese Politik kann sich auch auf die langfristige Stabilität des Landes auswirken.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der globalen Konflikte sind bislang durch den finanziellen Rückhalt der VAE gemildert worden, jedoch könnte ein anhaltender Konflikt das Vertrauen internationales Geschäfts beeinträchtigen. Für die VAE, die stark von ausländischen Investitionen abhängig sind, ist es entscheidend, ihre positive Außenwahrnehmung zu bewahren.

Wirtschaftliche Warnsignale

Die Schließung der Straße von Hormuz hat den Export von Rohöl und Erdgas der VAE erheblich behindert. Außerhalb des Engpasses können täglich ca. 1,8 Millionen Barrel Rohöl über eine Pipeline nach Fujairah exportiert werden, dort wird eine zweite Pipeline gebaut, um die Kapazität zu erhöhen. Parallel dazu leidet auch der Tourismussektor der VAE stark. Laut Berichten wurden seit Beginn des Krieges über 70 geplante Veranstaltungen verschoben oder abgesagt.

Hotels, darunter ikonische Gebäude wie das Burj Al Arab in Dubai, verzeichnen eine drastische Senkung der Belegungsraten, die auf nur etwa 20% gesenkt wurden. Moody’s prognostizierte, dass diese Zahlen auch im restlichen Jahr 2026 niedrig bleiben werden. Die Beseitigung der wirtschaftlichen Störungen ist entscheidend für die langfristige wirtschaftliche Gesundheit der VAE, da das Land immer noch als attraktiver Standort für Investitionen gesehen werden sollte.

Trotz der angespannten Situation setzt Dubai Zeichen und zeigt, dass es weiterhin für Veranstaltungen und Kunst offen ist. So fand kürzlich eine verkürzte Version der jährlichen Kunstmesse Art Dubai statt. Die Kombination aus kulturellen und wirtschaftlichen Herausforderungen spiegelt die gegenwärtige Lage der VAE wider und könnte entscheidend für die Zukunft des Landes sein.

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