Der Glanz Dubais verblasst für britische Expats und Wohlhabende.

0
4
Der Glanz Dubais verblasst für britische Expats und Wohlhabende.

Es war der Moment, auf den die Regierungen der Golfstaaten gehofft hatten, dass er niemals eintreffen würde. Als der US-Präsident Donald Trump koordinierte Angriffe auf den Iran mit Israel startete, reagierte die Islamische Republik mit einem massiven Raketen- und Drohnenangriff auf Dubai sowie andere Golfstaaten. Am vergangenen Wochenende wurde das fünf-Sterne-Hotel Fairmont in Brand gesetzt, Drohnen trafen mehrere Ziele in der Stadt und der Flughafen wurde geschlossen, was zehntausende Reisende strandete – darunter etwa 240.000 britische Staatsbürger, die dort leben und arbeiten.

Die Auswirkungen auf Dubai

Die Vereinigten Arabischen Emirate sind enge Verbündete der USA und gelten für das iranische Regime als legitime Ziele. Diese Angriffe sind ein Desaster für das Image Dubais. Die Stadt hat in den letzten 25 Jahren als Niedrigsteuerzone für wohlhabende Menschen und ehrgeizige Unternehmer einen enormen Aufschwung erlebt. Dutzende von modernen Bürogebäuden, Luxusapartments, glitzernden Einkaufszentren und einige der luxuriösesten Immobilien weltweit prägen das Stadtbild. Der Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 16 Milliarden Dollar im Jahr 2000 wuchs bis zum vergangenen Jahr auf 96 Milliarden Dollar. Mit höheren Steuern in Großbritannien wurde Dubai zu einem bevorzugten Rückzugsort für Reiche.

Die Unsicherheit für Expatriates

Diese Expatriates haben sicherlich nicht geplant, in eine Kriegszone zu ziehen. Sollte der Konflikt schnell gelöst werden, könnte sich die Situation rasch normalisieren. Verlängert sich der Konflikt jedoch über Monate, könnte dies ernsthafte Schäden verursachen. Dubai hat nicht die Erfahrungen, sich wie Israel gegen Raketen und Drohnenangriffe zu verteidigen. Die unternehmerisch denkende Bevölkerung besteht aus Menschen, die oft keine besondere Bindung an das Land ihrer Geburt haben und somit auch keine an dem Ort, an dem sie vorübergehend leben. Sie möchten nicht in einen regionalen Krieg verwickelt werden; sobald sich eine Gelegenheit ergibt, könnten sie schnell weg sein.

Malta: Ein möglicher Nachfolger Dubais?

In Anbetracht dieser Umstände gibt es nun einen starken Markt für einen Niedrigsteuerstaat, der Dubai ersetzen könnte. Die Karibik, einschließlich der Bahamas und der Kaimaninseln, hat bereits bedeutende Offshore-Zentren etabliert. Auch einige kleinere Staaten in Mittelamerika wandeln sich in Niedrigsteuer-Hubs, wobei El Salvador, das Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt hat, ein Beispiel ist.

Europa könnte ebenfalls Kandidaten hervorbringen. Malta hat bereits vergleichsweise niedrige Steuern und attraktive Angebote für Expatriates. Albanien und Montenegro entwickeln schnell Offshore-Industrien, während Italien mit seinem Flat-Tax-Modell bereits einen großen Teil des Marktes für wohlhabende Auswanderer erobert hat. Sogar Gaza könnte sich als praktikable Alternative herauskristallisieren, insbesondere wenn es militärischen Schutz von Israel und den USA erhält.

Der Wandel der globalen Finanzlandschaft

Der Niedrigsteuer-Mini-Staat ist eine der Schlüsselinnovationen des Jahrhunderts. Digitale Kommunikation hat es einfacher denn je gemacht, von einem Ort zum anderen zu wechseln. Es gibt kaum Handelsbarrieren, sodass Geschäfte von fast überall aus betrieben werden können. Gleichzeitig steigen die Sozialausgaben und die alternde Bevölkerung, was die Steuerlast in den meisten entwickelten Ländern erhöht. Dies schafft zusätzliche Anreize für Menschen, ihre Heimat zu verlassen. Dubai hat diesen Markt hervorragend genutzt, und der Krieg hat eine große Lücke hinterlassen, die schnell gefüllt werden könnte.

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here