Die geopolitischen Spannungen, insbesondere der Iran-Konflikt, veranlassen viele in den VAE lebende Inder dazu, in Immobilien in Indien zu investieren, was die Geldströme aus Indien in den Dubai-Immobilienmarkt einschränkt. Branchenexperten, darunter führende Vertreter eines der größten börsennotierten Wohnbauunternehmen Indiens, betonen diese Tendenz.
Neue Perspektiven für indische Investoren
Das in Mumbai ansässige Unternehmen Lodha Developers hat ein Verkaufsbüro in Dubai und spürt die Nachfrage unter Expatriates direkt. Etwa 4 bis 5 Prozent ihrer Verkäufe stammen von im Mittleren Osten lebenden Nichtansässigen (NRIs). Abhishek Lodha, der CEO, äußerte sich jedoch kürzlich, dass die Stimmung unter den Käufern im Mittleren Osten gedämpft ist, auch wenn die Auswirkungen auf die Nachfrage bisher moderat erscheinen. „Die Unsicherheit im Ausland wird einige NRIs dazu bringen, sich einen sicheren Wohnsitz in Indien zu sichern“, fügte er hinzu.
Veränderungen im Käuferverhalten
Insgesamt leben etwa 5 Millionen Inder in den VAE, wobei die Möglichkeit, eine längere Aufenthaltsgenehmigung wie das Goldene Visum zu erhalten, einigen von ihnen erlaubt, tiefere Wurzeln zu schlagen. Der Iran-Konflikt führt jedoch dazu, dass viele die traditionelle Safe-Haven-Status der VAE neu bewerten. Aayush Puri von Anarock stellt fest, dass vor allem Erstkäufer und mittelständische Fachkräfte vermehrt zum Kauf in Indien tendieren. Hochvermögende Personen hingegen neigen eher dazu, ihre Investitionen in Dubai zu reduzieren oder zu diversifizieren statt komplett aufzugeben.
Senior Professionals, die sich dem Ruhestand nähern, und Mitarbeiter mit Sorgen um die Arbeitsplatzsicherheit betrachten ebenfalls den Erwerb eines ersten oder zweiten Wohnsitzes in Indien. Laut Mitil Chokshi vom Steuerberatungsunternehmen Chokshi und Chokshi wird dies als eine Form des präventiven Kaufverhaltens beschrieben, und nicht als unmittelbare Rückkehr in die Heimat.
Marktentwicklung in Dubai
Der Immobilienmarkt in Dubai hat sich nach fünf Jahren des Wachstums abgekühlt, bleibt jedoch aktiv. Im zweiten Quartal 2026 wechselten mehr als 38.000 Immobilien den Besitzer, was im Vergleich zum Rekordwert des Vorjahres einen Rückgang um fast ein Drittel darstellt. Laut den Zahlen des Dubai Land Departments machten im ersten Halbjahr 2026 in den VAE lebende Inder etwa 11 Prozent der Käufer aus, während andere Inder nur 3 Prozent zu diesem Käuferkreis beitrugen.
Diese Situation zeigt sich auch an den zunehmenden Verhandlungen. Käufer verhandeln härter, wechseln oft von Off-Plan-Projekten zu bereits fertiggestellten oder fast fertiggestellten Wohnungen und prüfen Treuhandvereinbarungen sowie Baufortschritte und Maßnahmen bei Verzögerungen oder Nichterfüllung genau.
Risikobewertung im Immobilienmarkt
Trotz der Risiken, die der Markt mit sich bringt, stimmen Experten darin überein, dass die derzeitige Entwicklung eher auf eine Risikobewertung als auf eine strukturelle Abkehr von Dubai hinweist. Chokshi weist darauf hin, dass die Inder, die in Dubai investieren, weiterhin ein bedeutendes Käufersegment darstellen, und die Marktaktivitäten werden weiterhin von ihrem Verhalten beeinflusst. Es wird zu beobachten sein, wie sich die Trends in der Immobilientransaktion in den kommenden Monaten entwickeln werden.
