Die Influencer-Szene in Dubai steht unter Druck, nachdem die Stadt in den letzten Tagen von iranischen Raketen und Drohnen angegriffen wurde. Viele Prominente und Influencer, die in die Vereinigten Arabischen Emirate gezogen sind, um einen luxuriösen Lebensstil zu genießen, mussten sich plötzlich mit einer Realität auseinandersetzen, die sie nicht erwartet hatten. Statt VIP-Erlebnissen erleben sie nun schockierende Zeiten, die die übliche Sicherheit der Stadt infrage stellen.
Schock in der Traumstadt
Von Samstagmorgen an teilten ausländische Bürger Videos von rauchenden Wolken über den Wolkenkratzern Dubais. Israeli Wellness-Influencer Hofit Golan reagierte in einem Video mit „OMG!“, als sie ein brennendes Gebäude in der Nähe ihrer Wohnung sah. Auch der britische Content Creator Will Bailey nutzte seine sozialen Medien, um seinen Followern die Situation zu schildern. „Das war nur wenige Meter von uns entfernt“, sagte er und filmte den Rauch über dem Fairmont Hotel, das am Samstag ebenfalls getroffen wurde.
Die Emotionen der Influencer reichten von Schock bis Panik. Die französische Reality-TV-Star Maeva Ghennam schwenkte ihr Reisepass und sagte, sie habe hysterisch geschrien, als sie von den Angriffen erfuhr. „Frankreich, schützt uns!“, rief sie in ihrer Enttäuschung über die gefährliche Lage. Einige Zuschauer kritisierten die „Totale Entkopplung“ der glamourösen Welt von den geopolitischen Realitäten im Nahen Osten. Wie die Journalistin Emma Ferey bemerkte, erleben viele Influencer gerade einen „Zurück-zu-der-Realität-Moment“.
Ein Aufruf zur Vorsicht
Die französische Botschaft in den VAE erinnerte ihre Staatsbürger daran, dass die Ausreise momentan nicht möglich sei, da der Luftraum der Emirate bis auf Weiteres geschlossen bleibt. Sie forderte die Franzosen auf, sich strikt an die Sicherheitsanweisungen zu halten: „Bleiben Sie zuhause und halten Sie sich von Fenstern, Türen und offenen Flächen fern.“ Bei einem Vorfall in der Stadt wurden vier Personen verletzt, und es gab Schäden an einem Terminal.
Trotz der besorgniserregenden Nachrichten gab es auch Stimmen, die beruhigen wollten. Immobilienberaterin Deepti Mallik wandte sich an ihre Follower und erklärte, es gebe keinen Grund zur Panik. „Ich habe das Gefühl, dass dieses Land die Sicherheit seiner Bewohner und Touristen sehr ernst nimmt“, fügte sie hinzu.
Die Realität der Influencer
Eine weitere Herausforderung, der viele Influencer gegenüberstehen, ist die Angst, durch politische Äußerungen Follower zu verlieren oder mit einem Shitstorm konfrontiert zu werden. Ferey stellte fest, dass die Influencer spürbare Angst haben, über Politik oder Geopolitik zu sprechen, da dies ihren Einfluss gefährden könnte. Vertragliche Bindungen an Marken führen dazu, dass viele Content-Ersteller gezwungen sind, ständig Inhalte zu posten, unabhängig von den aktuellen Geschehnissen.
Benjamin Samat, ein weiterer französischer Influencer in Dubai, äußerte sich auf Instagram und kritisierte diejenigen, die sich über die gegenwärtigen Schwierigkeiten der Franzosen freuten. Er betonte, dass er es nicht wünscht, dass jemand mitten in der Nacht von explodierenden Raketen geweckt wird. In diesen angespannten Zeiten zeigt sich, wie herausfordernd es für Influencer ist, zwischen der Hoffnung auf eine gehobene Lebensweise und der realen Gefahr zu navigieren.
