Iranische Angriffe auf US-Tech-Giganten: Ein neues Ziel?
Die Spannungen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten nehmen zu, und Berichten zufolge könnte der Iran nun die großen Technologieunternehmen in den USA ins Visier nehmen. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim, die eng mit der Islamischen Revolutionsgarde verbunden ist, sind Unternehmen wie Amazon, Microsoft und Google an verschiedenen Standorten im Mittleren Osten als potenzielle Angriffsziele identifiziert worden.
Identifizierte Ziele im Mittleren Osten
Tasnim berichtete, dass die Vermögenswerte der genannten Unternehmen in etwa 30 Standorten, darunter Dubai und Tel Aviv, als „feindliche Technologieinfrastruktur“ bezeichnet wurden. In Tel Aviv wurden insbesondere die Hauptbüros der Verteidigungstechnologiefirma Palantir sowie Büros von Amazon und Microsoft genannt. Diese Orte wurden laut der Nachricht aufgrund ihrer Rolle in der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) oder der Koordination von Cloud-Diensten ausgewählt.
Die iranischen Nachrichten prangern an, dass diese Technologien zur Unterstützung militärischer Aktivitäten der USA beitragen. In der Vergangenheit wurden bereits zwei von Amazons Rechenzentren in den VAE am 1. März angegriffen, während ein drittes Rechenzentrum in Bahrain durch Trümmer eines anderen Angriffs beschädigt wurde. Die Islamische Revolutionsgarde übernahm die Verantwortung für die Angriffe und erklärte, diese seien darauf abzielt, die Rolle der Technologiezentren bei militärischen und geheimdienstlichen Aktivitäten der USA zu untersuchen.
Verbindungen zu militärischen Aktivitäten
Konkret wurden vier Büros von Oracle, IBM und Google in Städten wie Jerusalem und Abu Dhabi benannt, die angeblich Infrastruktur für „militärische Einheiten“ bereitstellen. Ein bedeutsamer Punkt hierbei ist der von Amazon und Alphabet (Muttergesellschaft von Google) im Jahr 2021 erhaltene Vertrag in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar mit der israelischen Regierung. Dieser Vertrag betraf das Projekt Nimbus, das Israel mit kritischer Technologieinfrastruktur versorgen sollte.
Die Anschuldigungen stehen im Kontext eines Berichts von UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese, der besagt, dass diese Unternehmen Israel fast ohne Einschränkungen Zugriff auf ihre Cloud- und KI-Technologien gewähren. Darüber hinaus wird beschrieben, dass IBM israelisches Militär- und Geheimdienstpersonal ausgebildet hat. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Palantir der israelischen Regierung Technologien für eine „automatisierte prädiktive Strafverfolgung“ bereitgestellt haben könnte.
Die Rolle von Oracle und anderen Unternehmen
Obwohl Oracle nicht spezifisch in Albaneses Bericht erwähnt wird, berichten Medien, dass Führungskräfte des Unternehmens versuchten, eine „Liebe zu Israel“ in die amerikanische Kultur zu integrieren. Diese politischen Verbindungen werfen viele Fragen auf, besonders im Hinblick auf die ethischen Implikationen solcher Technologien in einem kriegsgeplagten Gebiet.
Zusätzlich hat das US-Verteidigungsministerium Oracle kürzlich einen Vertrag im Wert von 88 Millionen Dollar zur Integration seiner Cloud-Computing-Software mit der US-Luftwaffe zugesprochen. Diese Verflechtungen zwischen Technologieunternehmen und militärischen Institutionen sorgen nicht nur für Besorgnis im Hinblick auf geopolitische Spannungen, sondern auch hinsichtlich der humanitären Situation im Nahen Osten.
Diese Entwicklungen zeigen, wie globalisierte Technologien mit militärischen Interessen verknüpft sind und welche Gefahren daraus entstehen können. In einer Zeit, in der der technologische Wettbewerb stark zunimmt, könnte die Zielsetzung des Iran auf amerikanische Tech-Giganten eine neue Dimension in den bereits angespannte Beziehungen zwischen den USA und Iran einführen.
