Prognose: Golfregion wird in diesem Jahr 140.000 Tourismusjobs verlieren

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Prognose: Golfregion wird in diesem Jahr 140.000 Tourismusjobs verlieren

Die Reisewirtschaft im Golfraum steht vor Herausforderungen, die durch den Konflikt zwischen den USA und dem Iran verschärft werden. Laut dem World Travel & Tourism Council werden in diesem Jahr etwa 137.000 Arbeitsplätze in der Branche verloren gehen. Diese Entwicklung ist besonders für die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Saudi-Arabien verheerend.

Arbeitsmarktauswirkungen der Reisewirtschaft

Im Jahr 2025 beschäftigte der Reise- und Tourismussektor in den sechs GCC-Ländern rund 3,2 Millionen Menschen. Für 2026 wird jedoch ein Rückgang von 4,3 Prozent auf dem Arbeitsmarkt prognostiziert. Die VAE, die sich als beliebtes Urlaubsziel etabliert haben, werden voraussichtlich 46.000 Arbeitsplätze verlieren. In Saudi-Arabien, wo der Tourismussektor ein zentrales Element der Vision 2030 ist, wird sogar mit einem Verlust von 69.000 Stellen gerechnet.

Die regionalen Spannungen haben sich besonders stark auf die VAE ausgewirkt. Viele Hotels haben beschlossen, während des Konflikts zu schließen und Renovierungsarbeiten durchzuführen. Nathan Kearney, Geschäftsführer eines Recruitment-Unternehmens, erklärt, dass Unternehmen strategisch denken müssen, um das Beste aus einem reduzierten Personalbestand herauszuholen. Angestellte übernehmen oft mehrere Aufgaben, was den Firmen hilft, Kosten zu sparen.

Entwicklung der Hotelbelegung und -preise

Die Daten von STR, einem globalen Unternehmen für Hoteldaten und -analysen, zeigen, dass die Hotelbelegungsraten im Nahen Osten im Jahr bis Ende Juli um 19 Prozent gesunken sind. Der Umsatz pro verfügbarem Zimmer ging um 21 Prozent zurück. Philip Wooler, Senior Director für den Nahen Osten und Afrika bei STR, kommentiert, dass die durchschnittlichen Zimmerpreise zwar stabil bleiben, jedoch unter Druck stehen, besonders in einem der größten Hotelmärkte der Welt, Dubai.

Der WTTC hat forciert, dass die Reisetätigkeit im Nahen Osten in diesem Jahr um 14,5 Prozent zurückgehen wird – ein Rückgang, der in keiner anderen Region erwartet wird. Im Vergleich dazu wird für den asiatisch-pazifischen Raum und Afrika ein Wachstum von 5,4 Prozent prognostiziert. Dies stellt einen drastischen Gegensatz zum globalen Trend dar, bei dem die Tourismusaktivität in anderen Regionen weiterhin ansteigt.

Langfristige Aussichten und Investitionen

Die mittelfristigen Perspektiven sind jedoch nicht gänzlich negativ. Der WTTC erwartet, dass die Reisewirtschaft im Nahen Osten zwischen 2026 und 2036 mit einer jährlichen Wachstumsrate von 6,3 Prozent wachsen wird, was schneller ist als die meisten anderen Regionen. Hala Matar Choufany, Präsidentin von HVS für den Nahen Osten und Afrika, stellt fest, dass die Region diverse Nachfragen hat, darunter innertouristische, religiöse und regionale Reisen, die dazu beitragen, die Auswirkungen zu dämpfen.

Die längerfristige Entwicklung wird von anhaltenden Investitionen unterstützt, besonders in Saudi-Arabien. Die globalen Investitionen im Reise- und Tourismussektor überstiegen 2025 erstmals seit 2019 die 1 Billion Dollar-Marke, was auf eine Erholung hindeutet. Saudi-Arabien zählt zu den zehn größten Investitionsmärkten weltweit und investierte über 24 Milliarden Dollar in den Sektor.

Insgesamt bleibt die zukünftige Entwicklung des Reisemarktes im Golfraum spannend, trotz der kurzfristigen Herausforderungen. Die Diversität der Nachfrage und die fortlaufenden Investitionen lassen hoffen, dass der Sektor nicht nur die aktuellen Schwierigkeiten überstehen, sondern auch in den nächsten Jahren wachsen kann.

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