Ein Mann, der beschuldigt wird, ein Anführer der organisierten Kriminalität zu sein, befindet sich nach mehreren Jahren in Dubai nun in einem irischen Gefängnis.
Daniel Kinahans Auslieferung und erste Gerichtsverhandlung
Daniel Kinahan, 49, wurde am Sonntag in einem Regierungsflugzeug nach Irland gebracht. Dabei erhielt er eine Eskorte, die ihn schnell zum Gericht in Dublin brachte, wo ihm vorgeworfen wurde, die Aktivitäten einer kriminellen Organisation geleitet zu haben. Ohne rechtliche Vertretung wurde Kinahan in Untersuchungshaft genommen und in das Hochsicherheitsgefängnis Portlaoise im irischen Midlands verlegt. Dort könnte er auf dem A-Block untergebracht sein, wo sich einige der bekanntesten Straftäter befinden.
Kinahan, der angeblich Führer der Kinahan-Kriminalitätsgruppe ist, wurde am 15. April in den Vereinigten Arabischen Emiraten festgenommen. Diese Festnahme ging auf einen Haftbefehl der irischen Gerichte zurück und erfolgte im Rahmen eines bilateralen Auslieferungsvertrags zwischen Irland und den VAE. Die Festnahme folgte dem Abbau der Lyons-Bande und der Festnahme ihres Anführers Steven Lyons im März, wobei die Lyons-Bande anscheinend von der Kinahan-Gruppe unterstützt wird.
Extraditionsabkommen zwischen Irland und den VAE
Nach dem Abflug aus Dubai begrüßten die Justizminister Irlands und der VAE die Auslieferung in einer gemeinsamen Erklärung. Jim O’Callaghan und Abdullah bin Sultan bin Awad Al Nuaimi bezeichneten Kinahan als eine der am meisten gesuchten Personen, die mit transnationaler organisierter Kriminalität in Verbindung stehen. Die Bestätigung der Auslieferung erfolgte nach einem formellen Ersuchen der irischen Behörden und einer entscheidenden Entscheidung des Gerichtshofs von Dubai, gemäß dem Auslieferungsvertrag zwischen den beiden Ländern.
Die Minister unterstrichen, dass die Entscheidung zur Auslieferung das feste Bekenntnis beider Länder zur Rechtsstaatlichkeit und die Stärkung der internationalen justiziellen Zusammenarbeit reflektiert.
Öffentliches Interesse und Sicherheitsvorkehrungen
Zahlreiche Menschen versammelten sich am Sonntag sowohl am Casement Aerodrome in Baldonnel als auch vor dem Gericht in Dublin, um einen Blick auf Kinahan zu erhaschen. Sicherheitskräfte transportierten ihn in zwei separaten Hochgeschwindigkeitskonvois zum Gericht, um zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, da Kinahan 2016 bei einem Schießvorfall während einer Boxveranstaltung in Dublin Ziel war.
Im Gerichtssaal wurde der Bereich von den gardaí kontrolliert, bevor Kinahan erschien. Seine Anhörung dauerte etwa 14 Minuten und fand vor einer Richtergruppe statt, die für Fälle im Bereich Terrorismus und organisierte Kriminalität zuständig ist. Kinahan erklärte vor dem Gericht, dass er seit Freitagnachmittag isoliert gewesen sei und nahm an, dass ein Familienangehöriger einen Rechtsbeistand für ihn kontaktieren würde.
Weitere rechtliche Schritte
Nachdem er mit den Vorwürfen konfrontiert wurde, zeigte Kinahan keine erkennbare Reaktion. Er wurde beschuldigt, zwischen dem 18. Oktober 2015 und dem 6. April 2017 die Aktivitäten einer kriminellen Organisation geleitet zu haben. Detective Sergeant Colin Davidson informierte das Gericht über die Festnahme und stellte sicher, dass Kinahan den Vorwurf verstand.
Richter McGrath erläuterte Kinahan, wann das Verfahren fortgesetzt wird, und dass ein Antrag auf Kaution beim Obersten Gerichtshof gestellt werden muss. Kinahan bemerkte: „Ich verstehe. Ich denke, wir wissen, dass ich keine Kaution erhalten werde, aber danke.“ Sein nächster Gerichtstermin ist für den 5. Oktober angesetzt. Er wird die Möglichkeit haben, persönlich zu erscheinen oder über eine Videoverbindung anwesend zu sein.
