Beschlagnahmte russische Yacht Amadea wird für 187 Millionen Dollar verkauft

0
4
Beschlagnahmte russische Yacht Amadea wird für 187 Millionen Dollar verkauft

Ein schwimmendes Vermögen im San Diego Bay

In San Diego Bay lag für etwa drei Jahre eine Superyacht namens Amadea vor Anker, während die US-Regierung die Kosten übernahm. Mit einer Länge von 348 Fuß handelte es sich dabei nicht um ein normales Urlaubsboot. Die Yacht wurde 2022 vor der Küste Fijis beschlagnahmt, Teil einer Aktion gegen reiche Russen mit Verbindungen zum Kreml nach der Invasion in der Ukraine.

### Die rechtlichen Auseinandersetzungen

Die US-Justiz benannte Suleiman Kerimov, einen russischen Tycoon der Bergbauindustrie, als tatsächlichen Eigentümer der Yacht. Kerimov steht seit 2018 unter US-Sanktionen. Amadea wurde zum prominentesten Fall für die Task Force KleptoCapture, ein Programm der Biden-Administration, das sich auf sanktionierte Oligarchen konzentriert. Mit jedem Monat, den die Auseinandersetzung dauerte, stiegen die Kosten, die für Wartung, Besatzung, Versicherung und Liegeplatz anfielen, auf zwischen 600.000 und 1 Million Dollar. Insgesamt belaufen sich die geschätzten Kosten bis zum Verkauf auf 36 Millionen Dollar.

### Die Auktion und der Verkauf

US-Beamte schätzten einst den Wert der Yacht als sehr hoch ein. In einer Einreichung von 2024 wurde ein externes Gutachten von 230 Millionen Dollar zitiert. Der endgültige Verkaufspreis wurde jedoch nicht veröffentlicht; später kam heraus, dass dieser bei 187 Millionen Dollar lag. Nach einem langen Rechtsstreit verfügte ein US-Bezirksrichter über die Einziehung der Yacht, und am 10. September 2025 wurde die Auktion genehmigt. Ein Monat später öffnete der US Marshals Service die versiegelten Angebote und wählte den Sieger aus. Die Identität des Käufers blieb zunächst geheim, doch später wurde bekannt, dass der 27-jährige Abbas Sajwani, ein Immobilienentwickler aus Dubai, der glückliche Bieter war.

### Der Käufer mit dem berühmten Nachnamen

Abbas Sajwani ist der Sohn von Hussain Sajwani, dem Gründer von DAMAC Properties, einem großen Immobilienunternehmen in Dubai. Hussain, ein auffälliger Entwickler mit engen Geschäftsbeziehungen zu Donald Trump, wird oft “der Donald von Dubai” genannt. 2013 kooperierte DAMAC mit der Trump Organization beim Bau des ersten Trump-Golfplatzes im Nahen Osten. Abbas Sajwani leitet mittlerweile seine eigene Firma, AHS Properties, die das Shangri-La Hotel in Dubai für 300 Millionen Dollar erwarb. Sein Vermögen wird von Forbes auf 1,9 Milliarden Dollar geschätzt. Er plante, die Amadea nicht nur für Urlaubsreisen zu nutzen, sondern als Wohnort.

### Eine Yacht ohne Grenzen

Die Amadea, die 2017 von der deutschen Werft Lürssen gebaut wurde, ist alles andere als einfach. Sie bietet Platz für 16 Gäste, hat sechs Decks und eine Besatzung von 36 Personen. Zu den Annehmlichkeiten zählen unter anderem ein Glashaus, ein Infinity-Pool mit Bar, ein 4D-Kino sowie ein Wellnessbereich mit Hammam. Die Yacht ist speziell ausgestattet und bietet ein einmaliges Luxusleben.

### Was wird aus dem Verkaufserlös?

Der Verkauf fand in einem lebhaften Markt statt, in dem es mehr als 3.500 Milliardäre gibt und die Werften lange Wartelisten haben. Über die Verwendung der 187 Millionen Dollar ist noch nichts bekannt, doch ein US-Hilfsgesetz von Mai 2024 erkannte an, dass Einnahmen aus beschlagnahmten russischen Staatsvermögen in den USA zur Unterstützung der Ukraine verwendet werden könnten.

Abschließend bleibt zu sagen, dass die Geschichte der Amadea nicht nur ein eindrucksvolles Beispiel für Reichtum und Luxus ist, sondern auch als Warnung dient, dass selbst glamouriöse Besitztümer erhebliche Kosten mit sich bringen. Der neue Eigentümer ist nicht immer derjenige, der für die Instandhaltung aufkam.

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here