Nach einem ersten Hilfspaket im vergangenen Monat setzt Dubai seine Bemühungen fort und stellt 1,5 Milliarden Dirhams (ca. 375 Millionen Euro) bereit, um den Tourismus in einer herausfordernden geopolitischen Lage zu revitalisieren. Diese Entscheidung wurde von Sheikh Hamdan bin Mohammed bin Rashid Al Maktoum, dem Kronprinzen Dubais und Vorsitzenden des Exekutivrates, genehmigt und ermöglicht die Umsetzung von 33 Initiativen in den Bereichen Tourismus, Handel, Logistik, Immobilien und Kultur.
Fokussierung auf die Gastfreundschaft
Der Schwerpunkt des Maßnahmenpakets liegt direkt im Gastgewerbe. Der „Tourismus-Dirham“, eine Steuer pro Zimmer und Nacht, die je nach Kategorie des Betriebs zwischen 7 und 20 Dirhams variiert, wird nun erlassen. Zudem werden die kommunalen Gebühren von 7%, die auf Hotel- und Restaurantrechnungen erhoben werden, ausgesetzt. Ferienhäuser profitieren von einer Befreiung von Genehmigungs- und Lizenzgebühren, während Veranstalter von Events, Ausstellungen und Konferenzen ihre Genehmigungs-, Verschiebungs- und Stornierungsgebühren nicht zahlen müssen.
Wiederbelebung des Luftverkehrs
In der Zeit des Konflikts war der Luftraum der Vereinigten Arabischen Emirate teilweise geschlossen, und der internationale Flughafen Dubai stand mehrere Wochen nahezu still. Laut Cirium wurden zwischen dem 28. Februar und dem 8. März 2026 über 37.000 Flüge in der Region gestrichen. Erst am 2. Mai gab die Zivilluftfahrtbehörde bekannt, dass alle Flugbeschränkungen aufgehoben wurden und der Betrieb im Emiratischen Luftraum wieder normal aufgenommen werden kann. Um die während dieser Stillstandsphase entstandenen Verluste auszugleichen, sieht das Paket eine 50%ige Reduzierung der Erneuerungsgebühren für Genehmigungen im Bereich der Zivilluftfahrt vor. Außerdem können Zollanmeldungen in Raten beglichen werden, und Zollstrafen unterliegen einer 80%igen Reduktion.
Der erste Unterstützungsplan im März
Ende März hatte der Kronprinz von Dubai einen ersten Unterstützungsplan in Gang gesetzt. Dieses erste Paket in Höhe von einer Milliarde Dirhams sollte über einen Zeitraum von 3 bis 6 Monaten umgesetzt werden und beinhaltete eine wesentliche Maßnahme: eine 100%ige Stundung der Verkaufsgebühren für Buchungen sowie für die Gastronomie mit einer Laufzeit von drei Monaten für Hotels, Hotelapartments und Ferienhäuser. Die Philosophie des zweiten Pakets markiert einen klaren Bruch mit der des ersten. Wo die marokkanische Unterstützung die Gebühren aufschob, sieht der Mai-Paket deren vollständige Aufhebung vor.
Ein regionaler Ansatz
Im gesamten Golfraum haben mehrere Staaten eigene Programme zur Unterstützung ihres Gastgewerbes aktiviert. So setzte Bahrain gezielte Maßnahmen um: Ende April bot die Bahrain Tourism and Exhibitions Authority Hotels, möblierten Apartments und lizenzierten Restaurantbetrieben die Möglichkeit, die Gebühren des ersten Quartals 2026 bis zum 31. Juli 2026 zu stunden. Qatar hingegen entschied sich für eine wirtschaftliche Wiederbelebung mit der Hala Summer 2026-Kampagne, die von Visit Qatar vom 1. Mai bis 30. September ins Leben gerufen wurde und bei der die „Kids Go Free“-Initiative über 100 teilnehmende Hotels mobilisiert, die kostenlosen Aufenthalt für Kinder unter 12 Jahren anbieten.
Die Entscheidung Dubais, innerhalb von zwei Monaten 2,5 Milliarden Dirhams zu investieren, verdeutlicht sowohl das Ausmaß seiner Abhängigkeit vom internationalen Tourismus als auch die Notwendigkeit, die D33-Strategie zu schützen. Diese verfolgt das Ziel, bis 2030 25 Millionen Besucher anzuziehen, während 2025 bereits 19,59 Millionen erreicht wurden, was ein drittes Jahr in Folge mit Rekordzahlen darstellt.
