Dubais Nicht-Öl-Wunder steht vor seiner größten Herausforderung – Zeitung

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Dubais Nicht-Öl-Wunder steht vor seiner größten Herausforderung – Zeitung

Ein Blick auf Dubais wirtschaftliche Unsicherheit

Was passiert mit einer Stadt, die auf dem Versprechen basiert, dass Menschen und Kapital immer fließen werden? Eines Tages steht die Musik still. Eine leerstehende Wohnung ist kein Investment, sondern eine monatliche Belastung. Diese stille Angst breitet sich unter den Immobilienbesitzern in Dubai aus. Die Besorgnis durchdringt jeden Wolkenkratzer und jede Bank in der Stadt, insbesondere die Eigentümer kommerzieller Immobilien wie Geschäfte, Büros und Hotels.

Die Notlage der Immobilienwirtschaft

Dubai ist stark von seiner Immobilienwirtschaft abhängig. Über zwei Jahrzehnte galt die einfache Regel: Kaufe eine Wohnung, vermiete sie und verkaufe sie später zu einem höheren Preis. Solange kontinuierlich neue Menschen ankamen, funktionierte dieses Modell. Doch die Realität hat sich gewandelt; immer mehr Menschen verlassen die Stadt, und Unternehmen ziehen sich zurück oder schließen ganz. Wenn der Mieter auszieht, so warnt ein Vermieter, wird es schwierig, einen neuen zu finden. Und dann stehen die Eigentümer vor der Herausforderung, die Betriebskosten und Wartungsgebühren ohne Mieteinnahmen zu decken.

Zudem wird deutlich, dass viele Immobilien von Menschen besessen werden, die nicht vor Ort wohnen. Diese sind auf Mietinteressenten angewiesen, die oft nur für einen Job kommen – und diese fehlen zunehmend. Was ursprünglich als stabile Anlageklasse verkauft wurde, verwandelt sich in eine spekulative Blase.

Herausforderungen im Handelssektor

Der zweite Motor von Dubais Wirtschaft ist das Handelsmodell, das um die Jebel Ali Freihandelszone (JAFZA) kreist. Selbst wenn die Straße von Hormuz bald wieder offen ist, überdenken viele der 11.000 Unternehmen, die auf diese Schifffahrtsroute angewiesen sind, ihre Standorte. Einige ziehen bereits in Betracht, sich in anderen Ländern wie Oman oder Saudi-Arabien niederzulassen. Eine einmal verlegte Lieferkette kehrt selten zurück.

Die Krise im Tourismussektor

Dubai beheimatet über 140.000 Hotelzimmer, jedoch sind viele davon leer. Jedes Jahr kommen rund 18 Millionen Touristen, doch selbst bei einem Ende der Konflikte sieht sich die Stadt einer enormen Überkapazität gegenüber. Auch der Bereich Konferenzen und Messen wird durch die Unsicherheiten beeinträchtigt. Viele Planer suchen nun nach alternativen Veranstaltungsorten in Städten wie Riyadh oder Istanbul, während einige Veranstaltungen aufgrund hoher logistischer Kosten bereits abgesagt wurden.

Banken unter Druck

Die Banken der VAE sehen auf dem Papier stabil aus, doch im Hintergrund reservieren sie zunehmend Mittel für möglicherweise uneinbringliche Kredite. Viele Institute haben ihre Kreditvergabe eingeschränkt und suchen teurer nach Notfinanzierungen von internationalen Investoren. Zudem bittet die Zentralbank Washington um temporären Zugang zu Dollar – ein Verhalten, das in stabilen Zeiten nicht üblich ist.

Abu Dhabi steht mit seinen Ressourcen und einem langfristigen Plan zur Wasserstoffwirtschaft besser da. Im Gegensatz dazu ist Dubais Modell auf einer Annahme aufgebaut, die nun wankt: dass ein stetiger Zustrom von Menschen und Kapital erfolgen wird. Die Kernannahme, die Dubais Wirtschaft stützte, ist in Frage gestellt – möglicherweise dauerhaft.

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