Die Verbindungen der sudanesischen Militärführung zu luxuriösen Immobilien in Dubai
Ein aktueller Bericht der Guardian über die Sentry-Untersuchung zeigt, dass ein Netzwerk, das eng mit der Führung der sudanesischen Militärs verbunden ist und vom UN als für Völkermord verantwortlich angesehen wird, ein umfangreiches Immobilienportfolio in Dubai erworben hat. Dies steht im Kontext eines breiten „paramilitärisch-industriellen Komplexes“ in Afrika und dem Nahen Osten.
Verwicklungen der Rapid Support Forces
Mohamed Hamdan Dagalo, bekannt als „Hemedti“, führt die Rapid Support Forces (RSF) in Sudan und ist stark verbunden mit einem Immobilienportfolio im Wert von 17,7 Millionen Pfund in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Angehörige seiner Familie sowie Personen, die unter Sanktionen stehen, haben über 20 luxuriöse Immobilien in der Region erworben. Nick Donovan, ein leitender Ermittler bei Sentry, betont, dass die RSF von den VAE Unterschlupf für ihr Vermögen und ihre militärischen Aktivitäten erhält.
Der seit 2023 andauernde Konflikt zwischen der RSF und den sudanesischen Streitkräften führt zu einer der größten humanitären Krisen weltweit. Bis Januar 2026 haben bereits 12 Millionen Menschen, ein Viertel der sudanesischen Bevölkerung, ihre Heimat verlassen. Während Hemedti und seine Verbündeten in Dubai Vermögen anhäufen, leiden die Opfer des Krieges unter vertreibungsbedingten Konsequenzen, in deren Verlauf mehr als 100.000 Menschen ums Leben kamen.
Goldschmuggel und Vermögensakkumulation
Die Sentry-Untersuchung enthüllt, dass das Vermögen der Dagalo-Familie zu einem großen Teil aus Gold stammt, das im Sudan geschmuggelt wird. Hemedti übernahm 2017 die Kontrolle über eine Goldmine in Darfur. Ein Netzwerk aus Unternehmen in den VAE hat die RSF-Führung dabei unterstützt, geschmuggeltes Gold in Bargeld umzuwandeln, wobei Dubai als bedeutendster Umschlagplatz dient.
Leaked Immobilienunterlagen zeigen, dass nicht nur RSF-nahe Entitäten, sondern auch Hemedti’s Familie Immobilien im Wert von etwa 7,4 Millionen Pfund besitzt. Zusätzliche 10,3 Millionen Pfund entfallen auf Immobilien, die im Besitz von unter Sanktionen stehenden Einzelpersonen sind.
Immobilienkäufe in Dubai
Im März 2020 erwarb Hemedti drei Wohnungen in den östlichen Vororten Dubais, in unmittelbarer Nähe zur Militärbasis Al Minhad. Diese Immobilien wurden zunächst auf seinen eigenen Namen gekauft und später an Prodigious Real Estate Management verkauft, ein Unternehmen, das ebenfalls enge Verbindungen zu RSF-sanctionierten Firmen hat. Die gegenwärtigen Eigentümer des Unternehmens sind ebenfalls mit dem Goldhandel in Dubai in Verbindung gebracht worden und stehen auf der Sanktionsliste der USA.
Die weitreichenden Immobilienkäufe deuten darauf hin, dass Hemedti’s Verwandte mehrere Luxusanwesen in Dubai, darunter Villen in der Nähe der Meydan-Rennbahn, erworben haben. Diese Käufe wurden durch das Unternehmen Prodigious abgewickelt. Die Analyse zeigt zudem, dass mehrere Verwandte der Dagalo-Familie sich in der gleichen Wohnanlage befinden.
Rechtslage und öffentliche Stellungnahmen
Die Dagalo-Familie lehnte es ab, spezifische Kommentare zu ihren Immobilien zu geben, stellte jedoch klar, dass alle Käufe rechtmäßig erfolgt seien. Sie betonten, dass Immobilienbesitz kein Indiz für Fehlverhalten sei und dass ihre Geschäfte im Viehhandel seit Generationen legitim sind. Hemedti selbst behauptet, dass er seit 2017 nicht an Aktivitäten beteiligt sei, die den Frieden in Sudan gefährden.
Die VAE weisen energisch alle Vorwürfe zurück, sie hätten die RSF mit Waffen oder finanzieller Unterstützung versorgt. Angesichts der anhaltenden humanitären Krise in Sudan und der begünstigten Lebensweise der Dagalo-Familie stehen die Finanzströme, die diese paramilitärische Organisation unterstützen, nun zunehmend im Fokus öffentlicher Aufmerksamkeit.