2 Tech-Rekruter berichten über die Entwicklung des Einstellungsmarktes im Nahen Osten

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2 Tech-Rekruter berichten über die Entwicklung des Einstellungsmarktes im Nahen Osten

In der aktuellen Situation des Konflikts im Nahen Osten, der nun seit über drei Wochen andauert, sehen sich viele Unternehmen in der Region gezwungen, ihre Lieferketten umzustellen und die Sicherheit ihrer Mitarbeiter an erste Stelle zu setzen. Die Auswirkungen sind auch auf dem Arbeitsmarkt spürbar, wo der Einstellungsstopp durch einige Firmen bereits zum Thema geworden ist.

Rückgang der Bewerbungen

Vahid Haghzare, Direktor von Silicon Valley Associates Recruitment in Dubai, berichtet, dass die Anzahl der Jobbewerbungen seit Ausbruch des Krieges dramatisch zurückgegangen ist. “Bis vor kurzem war der Andrang überwältigend; unser Team erhielt mehr Bewerbungen aus den VAE, als wir bearbeiten konnten. Auch meine private Beratung war ständig ausgebucht mit Führungskräften, die über einen Umzug in die Region nachdachten,” sagt Haghzare. Jetzt bemerkt er eine stillere Phase, die sich auf alle Branchen erstreckt, auch auf die seiner Kunden. So hat eines der SaaS-Unternehmen aus den USA geplante Einstellungen in der Region ausgesetzt.

Fokus auf wesentliche Positionen

Trotz der Unsicherheit im Markt gibt es Unternehmen, die weiterhin Einstellungen vornehmen. Wahra Clark, Leiterin der Region Naher Osten und Afrika bei Tiger Recruitment, erklärt, dass die Auswahl der Kandidaten strenger geworden ist, wobei Schlüsselpositionen priorisiert werden. “Die Geschäftstätigkeiten in den Ländern des Golfkooperationsrates entwickeln sich weiter, und die VAE zeigen sich als sehr widerstandsfähig. Dies haben wir während der COVID-Pandemie deutlich gesehen, und jetzt erleben wir ein ähnliches Muster,” fügt sie hinzu.

Doch größere internationale Stellenangebote sind derzeit auf Eis gelegt. Haghzare merkt an, dass alles, was regional oder international ist und normalerweise in Städten wie Dubai oder Doha gespielt hätte, momentan ausgesetzt ist. “Lokale Positionen, die sich auf den Markt der VAE beziehen, laufen allerdings weiterhin gut,” erklärt er.

Abwanderung von Expats

Das Gefühl der Unsicherheit führt dazu, dass viele ausländische Fachkräfte überlegen, in ihre Heimatländer zurückzukehren. Diese Situation erinnert stark an die Ereignisse während der Proteste in Hongkong im Jahr 2019. Haghzare berichtet, dass internationale Expats in Zeiten der Unsicherheit tendenziell ein niedrigeres Risiko eingehen und sich vermehrt nach stabileren Standorten umsehen. Lokale Talente könnten hiervon profitieren, denn die Konkurrenz um Stellen wird weniger, da weniger ausländische Bewerbungen eingehen und die Reisemöglichkeiten eingeschränkt sind.

Die Rückkehr zu einem pandemieähnlichen Rekrutierungsansatz ist ebenfalls zu beobachten. “Wir sehen, dass viele Vorstellungsgespräche online durchgeführt werden und auch das Onboarding flexibler und remote abläuft,” sagt Clark. Dies ist kein neues Phänomen, wird jedoch wieder vermehrt in Anspruch genommen.

Diese Entwicklungen im Zuge des Konflikts zeigen, wie ernsthaft die Dynamik in der Arbeitswelt des Nahen Ostens beeinflusst wird und wie Unternehmen sowie Arbeitnehmer auf die sich verändernden Bedingungen reagieren müssen.

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